Nutzungsgrade & Aufwandzahlen

Nutzungsgrad

 

Der Nutzungsgrad ist eine spezielle Definition des Wirkungsgrades für Anlagen in Gebäuden entsprechend DIN 4701 - 10 und bezieht sich immer auf den Heizwert eines Brennstoffes. Diese Definition ist einheitlich.

 

Vorsicht: Da die Kondensationswärme des Wassers im Rauchgas beim Heizwert nicht berücksichtigt wird, in Brennwertkessel aber genau diese nutzbar gemacht wird, können für Brennwerttechnik Werte oberhalb von 1 erreicht werden.

 

Der Nutzungsgrad einer Anlage wird durch Messung beim Hersteller ermittelt. Man spricht für diesen Messpunkt oft auch vom Auslegungsfall.

 

Nutzungsgrad = (genutzte Wärme  / verbrauchter Brennstoff) zu einem Zeitpunkt

 

Jahresnutzungsgrad oder Jahresarbeitszahl

 

Der Jahresnutzungsgrad oder Jahresarbeitszahl ist im Gegensatz zum Nutzungsgrad nicht ausschließlich ein Maß für Prozess- und Anlage, sondern auch für den Betrieb.

 

Es ist ein Unterschied, ob baugleiche Kessel gut auf ein Gebäude und die Bewohner abgestimmt ist, oder nicht. In der Praxis geht es darum, viele Anfahrvorgänge zu vermeiden und eine Anlage nahe am Auslegungspunkt zu betreiben.

 

Daher wird beim Jahresnutzungsgrad die gesamte Wärmemenge (Nutzen) auf die Menge an zugeführtem Brennstoff (Aufwand) bezogen.

 

Jahresnutzungsgrad = (genutzte Wärme / verbrauchter Brennstoff) pro Jahr

 

Wenn über Energieeffizienz gesprochen wird, nimmt der Jahresnutzungsgrad nur wenig Platz in der Diskussion ein. Dabei steckt gerade hier viel Potential.

Neu eingebaute Brennwertkessel haben beispielsweise durchgängig Nutzungsgrade von 100% oder besser

 

 

Erzeugeraufwandszahl

 

Die Erzeugeraufwandzahl ist der Kehrwert des Jahresnutzungsgrades und gibt an, wieviel Endenergie am Gebäude bereit gestellt werden musste bezogen auf die Nutzwärme.

 

Erzeugeraufwandzahl = (Endenergie / genutzte Wärme) pro Jahr

 

Anlagenaufwandszahl

 

Die Anlagenaufwandzahl ist das Verhältnis von Primärenergie zur Nutzwärme.

 

Anlagenaufwandzahl = (Prmärenergie / genutzte Wärme) pro Jahr

 

Dabei gilt

 

Anlagenaufwandzahl = Erzeugeraufwandzahl x Primärenergiefaktor

 

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© Christoph Mevenkamp