Polystyrol (© Styropor)

Polystyrol (PS) ist ein Kunststoff und besteht aus langen Ketten von Kohlenstoffverbindungen. Ausgangsstoff der Herstellung ist Ethylbenzol, das zunächst in das Zwischenprodukt Styrol und aus dem dann wie viele Kunststsoffe durch Polymerisation das Endprodukt Polystyrol hergestellt wird, besser bekannt unter der Marke ©Styropr. PS ist ein Thermoplast und damit nicht temperaturbeständig.

Man unterscheidet zwischen expandiertem PS (EPS) und extrudiertem PS (XPS).

EPS ist kugelförmig aufgeblähtes Polystyrol. Bei der Herstellung wird es einfach erhitzt und durch Wasserdampf 20 - 50 fach aufgebläht. EPS ist die preisgünstige Variante von Polystyrol im Wärmeschutz und kommt im Wandbereich besonders im WDVS, bei Decken- und auch bei Dachdämmungen zum Einsatz. Durch den Kugelförmigen Aufbau kann Wasser eindringen und wieder entweichen.

XPS ist geschlossenzellig aufgeblähtes Polystyrol. Bei der Herstellung wird nicht Wasserdampf, sondern ein Treibmittel (z.B. CO2) verwendet. Durch den geschlossenzelligen Aufbau kann kann Wasser eindringen. Im Vergleich zu EPS ist XPS wasserdicht und weist höhere Druckfestigeiten auf. Daher kommt XPS als Baustoff auch im Erdreich bei dauerhaft auftretendem Wasser (drückendes Wasser) und in Bereichen hoher Drucklasten, wie z.B. unterhalb der Bodenplatte zum Einsatz.

 

 

Polysterol im Wärmeschutz

 

Polystyrol ist ein leistungsfähiger und preiswerter Dämmstoff, der typischerweise als Platte and einer Tragschicht befestigt wird.

 

In der folgenden Tabelle sind einige Anhaltswerte für die jeweiligen Bereiche der Wärmeleitfähigkeit (Stand 2016) von Dämmstoffen und einigen anderen Baustoffen angegeben. Zudem die im Feuchteschutz wichtigen Diffusionswiderstände.

Dämmstoff Rohdichte Wärmeleitfähigkeit Diffusionswiderstand
  [kg/m³] [W/mK]  
EPS Platte 10...35 0,025...0,05 20...100
XPS Platte 20...45 0,03...0,045 80...250
Mineralwolle 20...200 0,031...0,05 ~ 1
Holzfaserplatten 150...300 0,035...0,07 5...10
Polyurethanplatte (PUR) 30...50 0,02...0,035 60 - 150
Schaumglasplatte 100...165 0,038...0,055 diffusionsdicht
Blähperlit 40...90 0,05...0,07 3...5
       
Baustoff Rohdichte Wärmeleitfähigkeit Diffusionswiderstand
  [kg/m³] [W/mK]  
Konstruktionsholz 500 0,13 20...50
Vollklinker 2200 1,2 10...16
Kalksandstein - Standard 2000 1,10 15...20
Normalbeton 2000 1,35 60...130
Naturbims 770 0,24 5...10

Polystyrol im Feuchteschutz

 

Polystyrol selbst ist dauerhaft wasserbeständig, begünstigt jedoch durch den pH - Wert und den organischen Aufbau die Bildung von Schimmel und Algen.

Die dauerhafte Bildung von Wasser in einem Bauteil ist durch konstruktive Maßnahmen des Feuchteschutzes grundsätzlich zu verhindern. Allerdings sind zur Vermeidung von Schimmel und Algen beim Einsatz von Polystyrol zusätzliche Maßnahmen zu treffen. Denn auch das zeitweise Auftreten von Feuchtigkeit kann zur Bildung von Schimmel und Algen führen.

XPS kommt zum Einsatz, wenn das Eindrngen vn Wasser grundsätzlich vermieden werden soll, z.B. im Erdreich. Chemische Zusatzstoffe (Fungizide und Algizide) unterdrücken chemisch die Bildung vn Algen und Schimmel bei der Verwendung von EPS. Dabei ist jedoch sowohl aus ökologischer Sicht als auch hinsichtlich der Beständigkeit zu prüfen, ob der Baustoff geeignet ist. In vielen Fällen ist man in solchen Situationen mit mineralischen Baustoffen besser beraten.

 

Polystyrol im Brandschutz

 

Polystyrol ist brennbar und daher im Brandschutz ungeeignet. An gefährdeten Stellen (z.B. Fensterstürze) kommen daher nicht brennbare Materialien, z.B. Mineralfaser, zum Einsatz.

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© Christoph Mevenkamp