Polyurethan (PUR)

Ausgangsstoffe für PUR sind Erdöl sowie einige nachwachsende Rohstoffe. Die Zwischenstoffe Polyol und Isocyanat bilden der Herstellungsprozess das hochvernetzte und damit mechanisch belastbare Endprodukt Polyurethan. Das Endprodukt ist chemisch vernetzt und kann thermisch nicht mehr aufgespalten werden. Man spricht von einem Duroplast. Ökologisch wirkt sich das negativ aus, da Duroplate nicht recyclefähig sind, im Brandschutz sind Duroplaste vorteilhaft, da sie schwer entflammbar sind (B2)

Während des Herstellungsprozesses werden Treibmittel (CO2 oder Pentan) hinzugegeben. So dass am Ende die für den Anwendungsbereich gewünschte Schaumstruktur entsteht. Für den Baurereich werden geschlossenzellige Hartschäume genutzt, die wasserdicht und druckfest sind.

 

 

Polyurethan im Wärmeschutz

 

Unter den gängigen Baustoffen ist Polyurethan der leistungsfähigste Baustoff für den einfachen Wärmeschutz. Für den sommerlichen Wärmeschutz hingegen ist PUR aufgrund der geringen Dichte eher nachteilhaft.

 

In der folgenden Tabelle sind einige Anhaltswerte für die jeweiligen Bereiche der Wärmeleitfähigkeit (Stand 2016) von Dämmstoffen und einigen anderen Baustoffen angegeben. Zudem die im Feuchteschutz wichtigen Diffusionswiderstände.

Dämmstoff Rohdichte Wärmeleitfähigkeit Diffusionswiderstand
  [kg/m³] [W/mK]  
Polyurethanplatte (PUR) 30...50 0,02...0,035 60 - 150
EPS Platte 10...35 0,025...0,05 20...100
XPS Platte 20...45 0,03...0,045 80...250
Mineralwolle 20...200 0,031...0,05 ~ 1
Holzfaserplatten 150...300 0,035...0,07 5...10
Schaumglasplatte 100...165 0,038...0,055 diffusionsdicht
Blähperlit 40...90 0,05...0,07 3...5
       
Baustoff Rohdichte Wärmeleitfähigkeit Diffusionswiderstand
  [kg/m³] [W/mK]  
Konstruktionsholz 500 0,13 20...50
Vollklinker 2200 1,2 10...16
Kalksandstein - Standard 2000 1,10 15...20
Normalbeton 2000 1,35 60...130
Naturbims 770 0,24 5...10

Polyurethan im Feuchteschutz

 

Polyurethan selbst ist wasserbeständig und wasserdicht. Schimmel und Algenbildung im Baustoff ist nicht möglich. An der Oberfläche von PUR muss allerdings der Feuchteschutz durch konstruktive Maßnahen besonders sorgfältig beachtet werden, da PUR als organisches Material ein Nährboden für Organismen ist.

Und ein weiterer Punkt ist besonders zu beachten. PUR ist relatib diffusionsdicht. Bei außen liegender flächiger Dämmung mit PUR kann aus den weiter innen liegenden Schichten nur wenig Wasser ausdiffundieren. Daher muss beim Feuteschutz sehr sorgfältig darauf geachtet werden, dass nur wenig Wasser in das Bauteil eintritt, wenn PUR als Außendämmung verwendet wird.

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© Christoph Mevenkamp