Primärenergiefaktor

Die Energie für das Haus zum Heizen, zur Warmwasserbereitung und viele andere Dinge muss bereitgestellt werden. essentliches Ziel der energiewende und damit der EnEV ist die Ensparung von CO2. Um das zu erreichen, müssen sowohl Gebäudehülle, als auch Anlagentechnik bestimmte Anforderunge erfüllen.

Anlagentechnik ist hinsichtlich der Vergleichbarkeit aufwendiger als die Gebäudehülle. Bei der Gebäudehülle geht es immer um die Frage, wieviel Wärme benötigt wird, um eine bestimmte Bedingungen im Innenraum zu erreichen.

Bei der Anlagentechnik ist das komplzierter. Unmittelbar kann man 5m³ Gas mit 30 kWh Strom nicht vergleichen. Was ist besser oder schlechter? Was ist umweltschonender und nachhaltiger? Und genau diese Fragen soll der Primärenergiefaktor beantworten. Nämlich, wieviel Resourcen wurden eigentlich benötigt, um den jeweiligen Energiebedarf am Gebäude bereitzustellen? Für die Förderung, den Transport, in den Kraftwerken etc.

Und natürlich spielt der CO2 Ausstoß für den gesamten Prozess bis zum Gebäude dabei als Maß für den Resourcenverbrauch und die Nachhaltigkeit die entscheidende Rolle.

 

Der Primärenergiefaktor ist das Verhältnis aus aufgewendeter Primärenergie zu Nutzenergie beim Endverbraucher.

 

Da die Primärenergiefaktoren in der EnEV vorgegeben werden, muss ein Sachverständiger diese Vorgaben so übernehmen. Es sei hier allerdings angemerkt, dass die Faktoren kontinuierlich diskutiert und unter Umständen angepasst werden. Und natürlich hat der Gesetzgeber über diese Faktoren eine große Gestaltungsmacht hinsichtlich der Anlagentechnik im Neubau. Dazu ein Beispiel:

 

Vor dem 1.1.2016 war der Primärenergiefaktor für Strom fp = 2,4. Das bedeutet, dass für jede kWh Strom, die die Verbraucher abnehmen, 2,4 kWh Primärenergie aufgewendet werden muss, bis der Strom beim Verbraucher ist. Zum Vergleich dazu sind die Primärenergiefaktoren von Öl und Gas fp = 1,1. Die Konsequenz war, dass alle Anlagen, die Strom zum Betrieb benötigen, bei der Wärmeerzeugung weniger als die Hälfte an Energie in Form von elektrischem Strom benötigen durften, als Öl- und Gasheizungen, um ökologisch gleichwertig zu sein. Ziel war es, Strom zur direkten Wärmeerzeugung schlecht einzustufen, was auch zu dem Zeitpunkt Sinn gemacht hat.

Zwei Entwicklungen haben dann aber zu einer Änderungen geführt:

1. Die Stromerzeugung ist durch den Ausbau von erneuerbaren Energien nachhaltiger geworden. Die Diskussion, ob der Ersatz von Kern- durch Kohlekraftwerke hier nicht nachteilig wirkt, ist berechtigt, kann aber aufgrund des Umfangs nicht geführt werden.

2. Wärmepumpen sind als Heizkesselersatz zu einem höheren technischen Reifegrad gekommen und mittlerweile technischer Standard. Wärmepumpen werden mit Strom betrieben und sind gelichzeitig Resourcen schonender als Kessel, da sie Umweltwärme nutzen.

 

Als Reaktion auf diese Entwicklungen ist der Primärenergiefaktor von Strom am 1.1.2016 auf fp = 1,8 gesenkt worden.

 

In der folgenden Tabelle finden sie die Primärenergiefaktor für unterschiedliche Form an bereitgestellter Energie.

Energieträger Primärenergiefaktor nach EnEV ab 1.1. 2016
Öl 1,1
Gas 1,1
Strom 1,8 (vorher 2,4)
Holz 0,2
Fernwärme aus KWK fossil 1,3
Fernwärme aus KWK erneuerbar 0,0
Erneuerbare (Umwelt, Solar, etc.) 0,0
   
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© Christoph Mevenkamp