Wärmeschutz

Anforderungen der EnEV

 

Der allgemeine Wärmeschutz wird durch die EnEV gefordert und definiert die energetische Güte eines Hauses. Dazu gibt es zwei Ansätze:

 

1. Anforderung an das gesamte Gebäude ("Referenzhaus")

Dazu wird ein Referenzhaus gleicher Geometrie mit in der EnEV vorgegebenen Bauteilen und Anlagen berechnet. Das tatsächliche Haus muss dann hinsichtlich Wärmeverlusten und Primärenergiebedarf besser sein als das Referenzhaus.

Einzelne Bauteile können dabei durchaus schlechter sein, als beim Referenzhaus, solange der Mindestwärmeschutz eingehalten wird.

 

Für Neubauten und Gesamtsanierungen ist dieses Verfahren Pflicht.

Abbilldung: Primärenenergiebedarf und Wärmeverluste ("Transmission")

 

2. Anforderungen an einzelne Bauteile ("Bauteilnachweis")

Werden nur einzelne Bauteile erneuert, müssen sie je nach Art bestimmten Bauteilanforderungen erfüllen.

Abbilldung: Beispiele für Bauteile, für die Anforderungen im Rahmen des Bauteilnachweises nach EnEV Anhang 3 definiert werden

Bauphysikalische Theorie

 

Baupysikalisch wird das thermische Verhalten der Bauteile der Gebäudehülle durch ihren U - Wert charakterisiert.

Im nächsten Schritt werden alle Bauteile der Gebäudehülle über die jeweiligen Flächenanteile gemittelt, um die gesamte Gebäudehülle zu bewerten. Zu den Anteilen der flächigen Bauteile kommen noch Zuschläge für die Wärmebrücken, also den Bauteilübergängen und Schwachstellen.

 

Über die Wärmebilanz wird dann der notwendige Bedarf an Wärme über ein ganzes Jahr und bezogen auf die Gebäudenutzfläche berechnet, um den Raum innerhalb der Gebäudehülle auf 20°C zu halten.

Das ist der sogenannte Heizwärmebedarf. Nicht zu verwechseln mit der Heizlast, die die Nennleistung einer Heizungsanlage definiert, also den maximalen Bedarf der Heizungsanlage im Jahr.

In der Wärmebilanz werden zudem Lüftungsverluste berücksichtigt, also die Dichtigkeit der Gebäudehülle.

Der Heizwärmebedarf nach DIN 4108 Teil 6 ist zunächst unabhängig von der Anlagentechnik des Gebäudes. Das ganzheitliche Verfahren nach DIN 18599 hingegen berücksichtigt Anlagenverluste innerhalb der beheizten Gebäudehülle.

Abbilldung: Heinzwärmebedarf nach DIN 4801 Teil 6

Konstruktive Umsetzung des Wärmeschutzes

 

Der Wärmeschutz wird durch Dämmung konstruktiv umgesetzt.

 

Man kann unterscheiden, ob der Wärmeschutz durch eine spezielle Dämmebene realisiert wird, oder ob der Wärmeschutz von Bauteilen übernommen wird, die noch andere Funktionen haben.

 

Ein Beispiel für eine Dämmebene, die ausschließlich die Funktion der Dämmung hat, ist die Mineralwolle in einem Zweischaligen Mauerwerk (Wenn man vom Schallschutz hier einmal absieht). Der Vorteil hier ist, dass der verwendete Baustoff so gewählt werden kann, dass er für den Wärmeschutz optimiert ist.

Dadurch können geeignete Baustoffe in dieser Richtung weiter entwickelt werden, ohne dass andere Funktionen verschlechtert werden.

 

Ein Beispiel für ein Bauteil, das viele Funktionen gleichzeitig übernimmt, ist eine monolithische Wand. Statik, Schallschutz und Wärmeschutz sind gleichzeitig zu erfüllen und leider oft gegenläufig. Eine sehr leichte Wand hat gute Dämmeigenschaften, ist aber hinsichtlich Statik, Schallschutz und Robustheit im Nachteil.

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© Christoph Mevenkamp