Schaumglas / Blähglas

Schaumglas ist aufgeschäumtes Silikatglas, das als Dämmplatte geliefert wird. Bei der Herstellung wird Quarzsand mit Zusätzen wie Feldspat und Calciumcarbonat geschmolzen, abgekühlt und zerkleinert. Das Zwischenprodukt ist dann Glasstaub.

Dem wird Kohlestaub beigemengt, der bei einem erneuten Schmelzvorgang ab etwa 1000°C oxidiert und kleine Gasblasen bilden, die dann den Aufschäumprozess in Gang bringen. Das Endprodukt wird dann in Form geschnitten.

 

Blähglas ist von der Struktur und Zusammensetzung dem Schaumglas sehr ähnlich, allerdings ist Blähglass ein Granulat, das für Schüttungen verwendet wird. Die Granulierung wird durch Zugabe eines Bindemittel und Wasser zu dem Glasstaub erreicht.

 

Beiden Baustoffen ist gemein, dass sie gute Dämmeigenschaften mit einer sehr hohen mechanischen und chemischen Robustheit kombinieren. Geschäumte Gläser haben eine geschlossenzellige Struktur, sind also wasserfest und wasserdicht. Und auch im Schallschutz sind sie grundsätzlich gut geeignet. Im Brandschutz sind die Baustoffe als A1 nach DIN 4102 (nicht brennbar) eingestuft, also sehr gut geegnet.

 

Aufgrund des hohen Preises und der anspruchsvollen Umsetzung kommen Schaumglasplatten nach momentanen Stand 2016 häufig in hoch beanspruchten Zonen zum Einsatz. Beispielsweise unter der Bodenplatten oder an Kellerwänden. Andere Anwendungsbeispiele sind:

 

- Leichtbauplatten im Hochbau für den Innenausbau von Hochbauten oder z.B. auch Schiffen (Brandschutz)

- Als Schüttung zur Deckendämmung

- Als Schüttung zur Hohlraumverfüllung

 

/// Bild 1: Platten unter Bodenplatte ///

 

/// Bild 2: Platten an Kellerwand ///

 

/// Bild 3: Schüttungen ///

 

 

Schaumglas und Blähglas im Wärmeschutz

 

Schaumglas und Blähglas haben eine gute (also niedrige) Wärmeleifähigkeit, auch wenn sie im Vergleich zu beispielsweise PUR oder EPS etwas schlechter sind. Damit sind sie ein guter Dämmstoff für den einfachen Wärmeschutz, bei dem mit etwas größeren Dämmstärken im Vergleich zu PUR/EPS geplant werden muss. Im sommerlichen Wärmeschutz sind Schaum- und Blähglas aufgrund des für dämmstoffe hohen Gewichtes ein leistungsfähiger Dämmstoff.

Dämmstoff Rohdichte Wärmeleitfähigkeit Diffusionswiderstand
  [kg/m³] [W/mK]  
Schaumglasplatte 100...165 0,038...0,055 diffusionsdicht
Blähglasschüttung 110...200 0,06...0,07 abhängig von Schüttung
Holzfaserplatten 150...300 0,035...0,07 5...10
Polyurethanplatte (PUR) 30...50 0,02...0,035 60 - 150
EPS Platte 10...35 0,025...0,05 20...100
XPS Platte 20...45 0,03...0,045 80...250
Mineralwolle 20...200 0,031...0,05 ~ 1
Blähperlit 40...90 0,05...0,07 3...5
       
Baustoff Rohdichte Wärmeleitfähigkeit Diffusionswiderstand
  [kg/m³] [W/mK]  
Konstruktionsholz 500 0,13 20...50
Vollklinker 2200 1,2 10...16
Kalksandstein - Standard 2000 1,10 15...20
Normalbeton 2000 1,35 60...130
Naturbims 770 0,24 5...10

Schaumglas und Blähglas im Feuchteschutz

 

Schaumgläser sind wasserfest und es bildet sich aufgrund des hohen pH - Wertes mineralischer Baustoffe kein Schimmel auf ihnen.

Zu beachten ist allerding, dass Schaumglassplatten diffusionsdicht sind und daher als äußere Dämmschicht so geplant werden müssen, dass in den innen liegenden Schichten der Taupunkt niemals unterschritten wird, so dass dort kein Wasser ausfällt. In Bauteilen, bei denen mit einem gewissen Teil an Wiederaustrocknung geplant wird, wie beispielsweise Dachkonstruktionen, ist ein diffusionsdichter Dämmstoff daher ungeeignet.

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© Christoph Mevenkamp